Detektivarbeit im Abfall: Was Ihr Müll über Sie aussagt

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Spurensuche im Abfall (Abb.: Nemo@Pixabay)

Zugegeben: Sich den eigenen Müll anzuschauen oder gar den anderer, gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber von Moni kam zu Beginn unserer Dinge-Diät der Hinweis, dass man auch dort viel über das eigene Konsumverhalten lernen kann. Und der Tipp war goldrichtig.

Am Anfang einer Dinge-Diät landen erst mal eine Menge Sachen im Müll. Aber das Ziel einer Dinge-Diät sollte auch sein, in Zukunft weniger wegzuwerfen: Alles, was wir wegwerfen, haben wir schließlich auch irgendwann in unsere Wohnungen getragen – sei es als gekauftes Produkt, Verpackung oder beispielsweise in Form von Werbeprospekten und Post.

Ein Blick auf den Müll zeigt uns nicht nur, was wir konsumieren, sondern auch, was wir alles verschwenden.

Deshalb ist ein bewusster und forschender Blick auf den eigenen Müll sehr informativ. In Deutschland hilft uns die leidige Mülltrennung zusätzlich, einen Überblick zu bewahren. In einer Ecke steht das Altglas, gleich daneben der gelbe Sack, der uns wunderbar vor Augen führt, wie viele Umverpackungen von Produkten (und damit auch Produkte selbst) wir in den letzten Tagen und Wochen in unser Leben hineingelassen haben. Und auch das Altpapier gibt Auskunft: Pizzaschachteln sagen ebenso eine Menge über uns aus wie weggeworfene Zeitschriften, Schuhkartons und Kassenzettel oder auch Kartons von Online-Shops.

Und natürlich würde ein Mülldetektiv auch Bio- und Restmüll-Behälter unter die Lupe nehmen: Wie viele Lebensmittel landen im Müll? Ernähren Sie sich gesund oder eher von Fastfood und Lieferdienst? Wohnen hier Vegetarier oder Carnivoren? Und schließlich gibt es da noch den Bereich des Sperr- und Sondermülls sowie den Elektroschrott. Da diese seltener abgeholt werden oder gar selbst zur Deponie gebracht werden müssen, sammelt sich hier im Laufe der Zeit einiges an und verstellt so lange den Platz.

Aber Sie sind ja nicht nur Mülldetektiv, sondern wissen um Ihren Konsum. Daher wird Ihnen auch auffallen, was in Ihrem Abfall fehlt. Gerade bei den Sperrmüllsachen wissen Sie genau, dass sich in manchen Schränken Dinge verbergen, die eigentlich längst auf diesen Haufen gehören. Worauf warten Sie?

Und dann ist da noch das Leergut. Das gehört zwar nicht direkt zum Müll, ist aber auch eine Form des konsumbedingten Abfalls. Deshalb sollten Sie auch beobachten, welches Leergut Sie in welcher Häufigkeit produzieren. Und sich vielleicht fragen, ob Sie wirklich so viele Flaschen schleppen müssen. Und noch etwas: Suchen Sie gleich die Softdrink-, Wein-, Schnaps- und sonstigen Flaschen mit den Miniresten zusammen, die schon seit Monaten im Kühlschrank oder der kleinen Hausbar rumgammelt. Eigentlich ist das nämlich auch längst Abfall, nur wollen wir das oft nicht wahrhaben.

Aber nicht nur die Art des Mülls und einzelne Bestandteile sind aus Sicht des Abspeckens der Wohnung interessant, sondern auch die Menge des Mülls. Die sollte langfristig geringer werden, weil Sie sich bewusster verhalten, weniger und zielgerichteter einkaufen und so in der Summe nachhaltiger leben.

Klar: Zu Beginn Ihrer Dinge-Diät darf und soll sich das Müllaufkommen natürlich erst mal deutlich erhöhen, denn es geht ja ums Abspecken und Ausmisten. Aber es muss ja nicht alles gleich auf den Müll wandern – Sie können Dinge auch verschenken oder verkaufen. Wenn Sie Ihr persönliches Müllaufkommen während der Diät (und in der weiteren Folge) ein wenig beobachten, dann werden Sie auch hier die Erfolge deutlich sehen. Und auch bemerken, wenn Sie Gefahr laufen, in alte Gewohnheiten zurückzufallen, von denen Sie sich eigentlich befreien wollten.

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