Die Krux mit der Geldbörse

money photoIn der letzten Zeit habe ich mich immer wieder über meine Geldbörse geärgert. Sie kennen das vielleicht: Die muss man immer dabei haben, aber gerade als Frau bedeutet das oft: eine zusätzliche (Hand-)Tasche mitzunehmen. Mein Mann hat es da einfacher, der hat genug Hosentaschen und Kleingeld, Einkaufswagen-Chip sowie andere Dinge landen auch häufiger mal so in irgendeiner Hosentasche. (Es frage mich keiner, wie oft wir schon Kleingeld in der Waschmaschine gewaschen haben …)

Aber zurück zu meiner Geldbörse: Die ist wesentlich sperriger als die meines Manns und platzt doch ständig aus allen Nähten. Selten hinterfrage ich, was ich da jeden Tag so mit mir rumschleppe. Doch letzte Woche las ich einen Simplify-Newsletter von Lothar Seiwert, in dem der einen “i-Clip” als Geldbörse der Zukunft empfahl. Im Wesentlichen ist da aber nur Platz für eine Handvoll Karten und ein paar Scheine. Nichts für mich. Oder doch?

Erst mal habe ich meine Geldbörse daraufhin komplett ausgeleert (vermutlich habe ich das seit eineinhalb Jahren nicht mehr gemacht). Was ich gefunden habe, ist vermutlich nicht ganz untypisch:

  • im Münzgeldfach: Mengen an Münzgeld, mehrere Einkaufswagen-Chips, ein paar (uralte) Bonus-Märkchen von irgendeiner Gewinn-/Rabattaktion, eine Büroklammer, zwei kleine Schlüssel
  • in den Scheinfächern: Geldscheine (klar), dazu Kassenbons, Einkaufszettel, Gutscheine (teilweise abgelaufen), Bonusheftchen vom Bäcker und vom Zahnarzt, ein kleiner Bus-/Zugfahrplan, ein paar Notfall-Telefonnummern, zwei Fotos und diverse andere Notizen, schließlich mein Führerschein
  • in den Kartenfächern: natürlich EC- und Kreditkarte, dazu meine Jahreskarte für den Nahverkehr, mein Personalausweis … und ungefähr 12 Kunden-, Mitglieds- und sonstige Karten sowie ein Taschenkalender (von 2015, wie passend) und weitere Notizzettel und Ähnliches

Also ging es erst mal an eine Bestandsaufnahme: Unter den Münzen befanden sich 38 Kupfermünzen (also 1, 2 oder 5 Cent) mit einem Gesamtwert von knapp einem Euro, 4 ausländische Münzen, 17 Münzen im Wert von 10, 20 oder 50 Cent, 6 1-Euro- und sagenhafte 9 2-Euro-Münzen. Und was mache ich, wenn ich beim Bäcker oder im Supermarkt etwas bar bezahlen will? Ich denke mir, dass es zu lange dauert, die Münzen abzuzählen, und bezahle mit einem Schein. Das Wechselgeld kommt dann auch in die Geldbörse.

Ganz ehrlich: Auf Münzen wollte ich nicht komplett verzichten und ich bin oft auch froh, wenn ich am Automaten einen zweiten Euro habe, falls der erste durchfällt. Aber in dem Simplify-Newsletter standen am Ende ein paar Tipps, die ich jetzt beherzige: Ich habe jetzt nur noch 5 bis 6 Euro in Münzen in der Geldbörse, und zwar in einer sinnvollen Stückelung. Das ist dann auch nicht so unübersichtlich und ich kann schnell zumindest die Cent-Beträge der Summen auf dem Kassenbon exakt begleichen, damit sammeln sich auch nicht so viele Kupfermünzen an. Bekomme ich mehr Wechselgeld, dann nehme ich es raus und sammle es in einem großen Glas. Von den Summen, die da zusammenkommen im Laufe der Wochen und Monate, kann man sich etwas gönnen – oder man spendet den Betrag.

Schlüssel und Büroklammer: Der eine ist der Briefkastenschlüssel von meiner Mutter … den brauche ich eh nur, wenn ich auf die Wohnung aufpassen muss. Über den anderen rätsele ich noch immer, also brauche ich den auch nicht. Die Büroklammer war für den Fall, dass ich die SIM-Karte in meinem Handy wechseln muss – das tue ich aber eigentlich höchstens im Urlaub, die wird also auch nicht jeden Tag benötigt. Und Petra hat mir einen Einkaufswagenstecker für den Schlüsselbund geschenkt, den steckt man nur rein und zieht ihn gleich wieder ab, also brauche ich die Einkaufswagen-Chips auch nicht mehr.

Dann die ganzen Notizen, Zettel, Gutscheine, Märkchen usw.: Ist fast alles rausgeflogen. Früher hatte ich mir schon einmal angewöhnt, eh alles im Handy zu notieren, aber dann haben sich doch wieder Zettel angesammelt. Alles, was wichtig war, habe ich aufs Handy übertragen, das Meiste war eh nicht wichtig. Bei den Gutscheinen bin ich mir nicht sicher, ob man die im Original vorlegen muss oder ob ein Foto reichen würde, aber die habe ich jetzt am Schreibtisch übersichtlich gesammelt und kann sie ja gezielt mitnehmen, wenn ich vorhabe, sie zu nutzen. Bislang war das eher ein: Könnte ja mal nützlich sein.

Das Handy ist auch gut für etliche Kundenkarten. So kann die Ikea-Family-Karte zuhause bleiben, wenn man die App nutzt. Und das geht bei anderen Kundenkarten auch. Und auch Kalender, Kontakte und Termine und sogar Fotos finden im Handy elektronisch Platz, also brauche ich auch die Sachen nicht mehr in der Geldbörse mitzuschleppen. Andere Kundenkarten und Bonushefte nutze ich eh nicht regelmäßig, da muss ich sie dann auch nicht dabei haben. Weg damit! Und auch Fahrpläne und andere Infos kann ich unterwegs jederzeit nachschlagen, also muss ich sie nicht auf Papier mit mir rumtragen.

Jetzt ist meine Geldbörse wesentlich leichter und wesentlich übersichtlicher. Aber ganz ehrlich: Jetzt frage ich mich, ob es nicht doch sinnvoll wäre, eine neue, kleinere und praktischere zu erstehen. Mit dem i-Clip kann ich mich zwar (noch) nicht anfreunden, aber es muss auch nicht mehr so was großes sein wie bisher. (Allerdings könnte so was ein gutes Geschenk sein, allerdings eher für Männer.)

Übrigens habe ich bei der ganzen Aktion auch erfahren, dass man Fotos von all seinen Karten und Ausweisen machen sollte. Nicht, dass man sich dann damit in allen Fällen ausweisen kann (in manchen Fällen reicht es aber wirklich, wenn die Kundenkarte als Foto vorgezeigt werden kann und die Kundennummer gut lesbar ist oder ein Barcode vom Display gescannt werden kann), aber die Fotos helfen im Fall des Falles auch bei der Wiederbeschaffung – oder kennen Sie all Ihre Kartennummern auswendig und wissen, an wen Sie sich jeweils wenden müssen?

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