Klamotten werden zur Wegwerfware

pants photo @ pixabayBlogleserin Kathrin hat mich auf eine Umfrage von Greenpeace aufmerksam gemacht: Fast jeder zweite gibt demnach Klamotten und Schuhe nach weniger als einem Jahr weg, oft direkt in den Müll oder in den Altkleidercontainer. Erschreckend.

Dabei ist der größte Teil der Sachen noch vollkommen okay: Als Grund geben die meisten nämlich nicht etwa an, dass die Sachen dann schon kaputt oder in anderer Form untragbar sind, sondern dass sie nicht mehr gefallen oder nicht mehr modisch genug sind.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 40 Prozent der Sachen werden sehr selten getragen, nämlich weniger als einmal pro Quartal. Das bedeutet, dass viele Teile nur produziert und gekauft werden, um sie nach zwei-, drei- oder viermal Tragen mit Missachtung zu strafen und so lange im Kleiderschrank zu horten, bis man sie schließlich wegwirft. Das wird dadurch befördert, dass Klamotten saubillig zu haben sind und die Unternehmen und Werbestrategen alles dafür tun, dass die Teile, die heute total “in” sind, morgen schon als völlig aus der Mode gelten. Und noch ein Ergebnis der Umfrage: Die meisten Sachen, die aussortiert werden, werden auch nicht weiterverwendet.

Aus meiner Sicht zeigt das alles, wie wichtig eine umfassende Dinge-Diät ist: Es geht uns ja nicht nur darum, den Kleiderschrank und die Wohnung auszumisten, sondern vor allem auch darauf zu achten, was wir in Zukunft kaufen und in unser Leben lassen. Bei den Klamotten auf mehr Qualität, Tragbarkeit (statt Hipp-Faktor), Passform, den richtigen Stil und gute Kombinierbarkeit zu achten hat für mich immer mehr Bedeutung gewonnen.

Klar: Man muss Sachen nicht so lange behalten, bis sie verschlissen sind. Wenn man hinaus wächst, keine passende Gelegenheit mehr hat, ein Stück regelmäßig zu tragen, oder sich der eigene Stil ändert, dann darf man sich aus meiner Sicht davon auch trennen. Aber dann sollte man darauf achten, dass die Sachen möglichst einen neuen Besitzer finden, der sie zu schätzen und nutzen weiß. Und wenn man vorher auf Qualität, Nutzwert und Tragfähigkeit geachtet hat, dann fällt es auch leichter, die Sachen einer neuen Nutzung zuzuführen, als wenn es sich nur um kurzlebige Mode handelt.

Und noch was: Qualitativ hochwertige Stücke wachsen einem leichter ans Herz und man kann sie auch leichter ändern oder upcyceln, wenn einem der alte Stil nicht mehr passt. Beim 5-Euro-Teil vom Discounter lohnt sich gefühlt schon der Aufwand nicht, überhaupt über eine neue Verwendung nachzudenken. Kein Wunder, wenn die Sachen dann kaum getragen werden und eher früher denn später im Müll landen. Es geht aus meiner Sicht nicht darum, sich einem Konsumverzicht zu unterwerfen, sondern schlicht viel bewusster darauf zu achten, für was man sein Geld ausgibt.

Hier der Link zu den Infos von Greenpeace: Greenpeace Meldung zur Umfrage (PDF)

Und herzlichen Dank an Kathrin an den Hinweis!

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