Leserinnenpost: Ich kaufe zu viel ein, was kann ich tun?

Lara hat mir geschrieben:

Hallo Inge,

meine Dinge-Diät macht schon gute Fortschritte, aber immer wieder werden meine Erfolge dadurch zunichte gemacht, dass ich zu viel einkaufe. Zuhause merke ich das dann selbst, aber dann ist es zu spät. Meist handelt es sich um Lebensmittel, die ich spontan kaufe, aber auch bei anderen Sachen kann ich schwer “Nein” sagen, vor allem bei Angeboten. Manchmal verblüfft mich selbst, was alles im Einkaufswagen gelandet ist, wenn ich zuhause die Einkäufe wegräume. Ich bin jetzt nicht shoppingsüchtig oder so, mir fehlt nur einfach das richtige Maß.

Hast du einen Tipp für mich?

Ich kann das gut verstehen. Gerade, wenn man früher ganz unbedarft im und mit dem Überfluss gelebt hat, fällt es dem Unterbewusstsein schwer, sich an die neuen Regeln zu gewöhnen. Das Unterbewusstsein sorgt ja für uns vor und will uns davor schützen, Fehler zu begehen oder zu viel Energie zu verschwenden. Und plötzlich ohne Butter dazustehen und dann am Abend noch raus zu müssen durch den Regen in den nächsten Markt, um zum teuersten Preis ein Päckchen zu erstehen, wäre so ein Fehler und eine Ressourcenverschwendung. Also sagt es sich: He, du hast schon lange keine Butter mehr gekauft. Lass uns noch Butter mitnehmen, nur für den Fall. Und da es sich um das Unterbewusstsein handelt, passiert das automatisch und ist keine bewusste Entscheidung.

Hier würde ich auch ansetzen: Du musst möglichst viele Entscheidungen bewusst treffen. Dann nämlich merkt dein Unterbewusstsein, dass du dich darum kümmerst und es nicht gebraucht wird. Das heißt zum Beispiel:

  • Schreib vor dem Einkauf immer einen detaillierten Einkaufszettel. Da sollte nicht nur genau draufstehen, was du alles brauchst, sondern auch wie viel, ggf. aus welchem Geschäft und zu welchem ungefähren Preis.
  • Was nicht auf dem Einkaufszettel steht, solltest du nicht spontan kaufen, sondern mindestens eine Nacht überschlafen. Fast immer ist das Angebot auch morgen noch da, aber du kannst dann nachschauen, ob du das wirklich brauchst.
  • Nimm wenn möglich einen Einkaufskorb, keinen Einkaufswagen: Einerseits spürst du so das Gewicht der Einkäufe, was psychologisch hilft, zu erkennen, was du schon alles mit dir durch den Laden schleppst. Andererseits passt in den Korb weniger als in den Wagen – und gerade, wenn wenige Teile im Einkaufswagen ein wenig verloren wirken, meint das Unterbewusstsein gerne, es könne noch etwas dazupacken … zur Sicherheit.
  • Überschlage grob, wie viel dein Einkauf kosten wird – und nimm dann nur Bargeld mit. Möglichst nur 25 bis 30 Prozent mehr als die vermutliche Summe. Dann zügelst du automatisch dein Unterbewusstsein, weil es dir peinlich wäre, wenn du an der Kasse zu wenig Geld dabei hast. (Du kannst auch einen 50er oder 100er gefaltet in einem Kartenfach als Reserve mitnehmen, wenn du dich sonst unwohl fühlst – wichtig ist, dass du merkst, wenn du deine geplante Einkaufssumme überschreitest und es dir selbst unangenehm auffällt.)
  • Sonderangebote sind verlockend. Aber es sind nur dann Schnäppchen, wenn du die Sachen wirklich rasch benötigst. Sonst bindest du unnötig Geld und läufst Gefahr, dass die Sachen schlecht werden oder du sie nur in die Schublade legst und vergisst. Frag dich also immer: Brauche ich das wirklich jetzt? Und wenn du ein Schnäppchen machst, dann ist das gesparte Geld kein gewonnenes Budget für Spontaneinkäufe: Es ist nämlich sehr verlockend, sich zu belohnen, wenn man einen guten Fang gemacht hat … aber in Wirklichkeit hat man so dann doch nichts gespart.
  • Führe ein Einkaufstagebuch. Darin notierst du einige Zeit wirklich alle Einkäufe. Gleichzeitig führst du Buch über die Vorräte und den Verbrauch. So bekommst du ziemlich schnell einen Eindruck davon, wie viel Milch, Butter, Nudeln, Reis, Zahnpasta oder Kosmetik du wirklich benötigst – und wofür das Geld sonst noch drauf geht.
  • Und schließlich: Versuche, nur noch Ersatzbeschaffungen zu tätigen! Willst du dir eine neue Winterjacke kaufen, dann trenn dich erst von einer alten. Willst du Milch kaufen: Verbrauche erst die, die du hast, bis auf wenige Liter. Usw. Das ist am Anfang ein wenig ungewohnt, aber nach einiger Zeit spiel sich das für viele Dinge sehr gut ein. Und es ist ein tolles Gefühl, so die Kontrolle zu bewahren.

So, ich hoffe, die Tipps helfen Lara und anderen mit ähnlichen Fragen weiter. Wenn du auch eine Frage zur Dinge-Diät oder zur Task-Diät hast, dann kannst du sie hier loswerden.

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