Leserpost: Das unsichtbare Chaos und die Macht der Funktionsbereiche

Wieder einmal habe ich eine interessante Leserzuschrift bekommen, die ich gerne mit euch teilen möchte. Elisabeth schreibt:

“[…] Ich habe euer Buch Dinge-Diät kompakt von einer Freundin geschenkt bekommen. Und ehrlich gesagt war ich am Anfang ziemlich skeptisch. Ich sehe mich nämlich wirklich nicht als Messie. Und dass meine Freundin mir ausgerechnet “so ein” Buch schenkte, fand ich fast ein wenig … unschicklich. Sie hat mir aber versichert, dass man auch viele Tipps im Buch findet, wenn man nicht im Chaos versinkt. Also habe ich irgendwann mal ein paar Seiten gelesen.

Und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Ich habe die Seiten regelrecht verschlungen. Die verschiedenen Bausteine, die aufeinander aufbauen, und die Anregungen: Plötzlich fing ich an, Bereiche in meiner Wohnung und in meinem Leben zu sehen, die ich noch optimieren konnte. Auch, was du über Lebensqualität geschrieben hast, hat mir sehr gefallen.

Normalerweise schreibe ich keine Leserbriefe. Aber da ich selbst das Buch fast falsch eingeschätzt und zur Seite gelegt hätte, springe ich mal über meinen Schatten. Die wichtigste Erkenntnis für mich war das, was du als Funktionsbereiche beschreibst – und wie die mit dem Thema Überblick und Überfluss zusammenhängen. Ich habe erkannt, dass ich viele Sachen verstreut aufbewahrt habe: Kosmetik, Lebensmittel, Büromaterial, Küchenhelfer, Klamotten – was nicht gerade gebraucht wurde, habe ich irgendwo gelagert, wo gerade Platz war. Wie gesagt: Meine Wohnung ist keine Messie-Wohnung und ich habe ziemlich viel Platz und Stauraum. Es gibt also kein sichtbares Chaos und ich hatte auch kein nagendes schlechtes Gewissen. Aber beim Lesen habe ich gemerkt, wie wenig Übersicht und Überblick ich tatsächlich habe. Ich habe dann erst mal alle Kosmetiksachen rausgekramt und auf einen großen Haufen gelegt. Erst da wurde mir klar, wie viel Zeug ich davon eigentlich habe. Und wie viel Geld ich schon zum Fenster rausgeworfen habe, weil ich gar nicht wusste, dass ich noch etliche Reserven zuhause hatte. Mittlerweile habe ich verschiedene Bereiche neu geordnet und bewahre jetzt alle thematisch zusammengehörigen Dinge gemeinsam auf. Und durch die neue Ordnung kaufe ich tatsächlich auch weniger unnötigen Kram.

Vielleicht ist das auch für deine Leser ein nützlicher Hinweis: Dinge-Diät lohnt sich auch, wenn man nicht im Chaos versinkt und viel Stauraum hat. Vielleicht ist es sogar so, dass Stauraum erst recht dazu führt, eine Art unsichtbares Chaos anzuhäufen, vor dem man besonders leicht die Augen verschließt.  

Ich habe das Buch jetzt auch schon zweimal verschenkt und lese immer wieder deinen Blog.

Alles Liebe
Elisabeth”

Ganz lieben Dank für diesen Erfahrungsbericht. Ja, von einer Dinge-Diät kann aus meiner Sicht jeder profitieren. Das unterscheidet unseren Ansatz vom klassischen Ausmisten. Bei letzterem geht es vor allem darum, Sachen loszuwerden, die im Weg sind. Aber bei der Dinge-Diät geht es vor allem um ein Rightsizing – um das richtige Maß. Das ist die Grundlage für mehr Lebensqualität … und das bedingt die Aspekte, die du angesprochen hast: Übersichtlichkeit, Organisation, Effizienz. Wer einfach ausmistet, der verändert sein Verhalten und seinen Zugang zu den Dingen nicht, mit denen er sich umgibt. Deshalb ist das Ergebnis auch nach kurzer Zeit schon wieder verpufft. Bei der Dinge-Diät geht es um mehr: um Erkenntnisgewinn und um eine Veränderung des eigenen Verhaltens. Dass man damit Geld und Zeit sparen kann, ist ein schöner Nebeneffekt, aber vor allem geht es darum, dass man sich auf Dauer besser fühlt und (selbst)bewusster agiert.

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