Nutzungshäufigkeit: Brauche ich das tatsächlich, oder bilde ich es mir nur ein?

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Markieren statt merken: Wann habe ich das eigentlich zum letzten Mal genutzt?
(Abb. von Nemo, Pixabay)

Oft hängen wir an Dingen, die wir nie (oder zumindest kaum) nutzen. An Klamotten, die wir in Wirklichkeit fast nie anziehen. Und an Erinnerungsstücken, die ganze Zeit nur in Schrank oder Schublade verstauben, anstatt uns an irgendetwas zu erinnern. 

Ein Thema, über das wir bei unserer Dinge-Diät immer wieder stolpern, ist die Frage der Nutzungshäufigkeit. Fast alles, was wir besitzen, liegt über 99 Prozent der Zeit nutzlos in der Ecke. Unser Gedächtnis spielt uns oft einen Streich, wenn es um die Frage geht, wie oft und wann wir etwas zum letzten Mal genutzt haben.

Wenn man sich vor Augen führt, dass die Woche 168 Stunden oder 10.080 Minuten hat und wir den Toaster täglich 5 Minuten nutzen (und das ist schon viel), dann sind das 0,35 Prozent Nutzungsdauer. Die restlichen 99,65 Prozent steht das Ding nur rum. Für die meisten anderen Sachen sieht die Rechnung nicht viel besser aus: Vielleicht nutzen wir sie länger, dann aber oft auch seltener!

Das macht es unserem Gedächtnis so schwer, zu entscheiden ob wir etwas “häufig” oder “selten” nutzen – der Unterschied bewegt sich mathematisch im Bruchteil von Prozenten. Da wir zudem äußerst schlecht darin sind, uns an Details zu erinnern (schnell: Was haben Sie vor genau einer Woche gemacht und gegessen? Sie sehen, was ich meine …), gaukelt es uns oft etwas vor. Wenn ich Göga glaube, brauchen wir den Grill ständig, mindestens aber alle 14 Tage. Ich weiß aber, dass wir zum letzten Mal im Juni gegrillt haben – und jetzt ist September.

Woher ich das weiß? Ich habe einem kleinen Zettel am Grillrost angeheftet, auf dem ich das Datum notieren habe, wann wir ihn zum letzten Mal genutzt haben. Diese Post-it-Methode, die ich auch in Die Dinge-Diät beschrieben habe, ist unbestechlich. Nutzen wir den Grill, dann müssen wir den Zettel entfernen. Und anschließend kommt er mit neuem Datum wieder an seinen Platz.

Alternativ zu unserer Post-it-Methode verwende ich auch farbige Klebepunkte. Das ist beispielsweise für Klamotten praktisch: Eine Farbe für einen bestimmten Kontrolltermin, an dem z.B. alle T-Shirts (innen!) einen Punkt erhalten. Ziehe ich das T-Shirt an, dann entferne ich den Klebepunkt. Nach drei Monaten überprüfe ich, was ich in dieser Zeit gar nicht getragen habe. Das ist ganz einfach zu erkennen, weil in diesen Sachen ja noch der farbige Punkt klebt. Und damit viel zuverlässiger als meine Erinnerung!

Aber es sind nicht nur die Sachen, die man gar nicht trägt: Wir alle kaufen Sachen, die wir dann höchstens ein paarmal nutzen. Danach vergessen wir sie oder haben die Lust an ihnen verloren. Schließlich verstopfen sie einfach nur noch die Schubladen und Kleiderschränke. Die Wahrheit übersieht oder verdrängt man leicht. Das könnte man ja noch brauchen. Das nutzen wir immer wieder. Wirklich?

Deswegen ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, was man wirklich verwendet – zumal sich die eigenen Vorlieben und Verhaltensmuster mit der Zeit auch verändern. Macht man das gezielt und regelmäßig, dann fliegt immer mal wieder was raus, was bei der letzten Kontrolle noch als total wichtig und nützlich empfunden wurde. Mit Post-it-Methode und Klebepunkten hat man den Beweis, dass es mit der Nutzung nicht weit her ist. Also: bye-bye!

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