Vera und die Don’t-Do- und Don’t-Shop-Listen

402f72c867b359cc_150_listVera hat im letzten halben Jahr ein paar kleinere Rückschläge bei ihren Bemühungen zur Dinge- und Task-Diät erlebt. Nichts Gravierendes, einfach kleine Unachtsamkeiten und Nachlässigkeiten, die dazu geführt haben, dass sie unbedacht Sachen gekauft hat, über die sie sich nachträglich geärgert hat oder durch die sie sich Verpflichtungen hat aufschwatzen lassen, weil sie nicht unhöflich sein wollte. Wir alle erleben solche Momente – und manchmal ärgert man sich anschließend mehr, manchmal weniger.

Vera wollte sich aber nicht mehr nur mehr oder weniger ärgern, sondern etwas ändern. Und sie hat eine interessante Methode gefunden, damit umzugehen. Sie führt zwei Listen:

  1. Eine Don’t-Shop-Liste: Das Gegenteil einer Einkaufsliste. Hier landen alle Sachen, die sie entweder mal eingekauft hat und dann feststellen musste, dass sie sie nicht benötigte, aber auch Dinge, für die sie mal geschwärmt hat, dann aber nach reiflicher Überlegung (oder Überschlafen) festgestellt hat, dass sie sie nicht braucht.
  2. Eine Don’t-Do-Liste: Das Gegenteil einer To-Do-Liste, auf der sie alle Aktivitäten festhält, von denen sie festgestellt hat, dass sie sie nicht weiterbringen. Die Liste umfasst Tätigkeiten für Dritte (“Nicht zu Partysalat überreden lassen, wenn ich eigentlich keinen mitbringen will”), aber auch die eigene Freizeitgestaltung (“Nicht ‘Junge Ärzte’ einschalten”, “Nicht aus Zeitvertreib ungeplant shoppen gehen”).

Die Listen wachsen bei Vera jetzt seit ein paar Monaten, es sind Dauerlisten. Sie schwört darauf, dass die Schriftlichkeit ihr dabei hilft, diese Absichten zu verinnerlichen und greifbar zu machen. Und ich bin davon überzeugt, dass man so sein Unterbewusstsein gezielt neu programmieren und den Autopiloten in seine Schranken weisen kann.

Aber Vera geht noch einen Schritt weiter: Sie notiert sich auch, in welchen Situationen sie “schwach” geworden ist, und versucht, die Ursachen aufzudecken. So hat sie festgestellt, dass sie oft zugesagt hat, ihren Partysalat zu einer Veranstaltung mitzubringen, weil sie niemanden vor den Kopf stoßen wollte. Und nachdem sie diesen Grund erkannt hat, konnte sie sich eine Strategie zurechtlegen, mit der sie bei Bedarf jemandem absagen kann, ohne ihn zu verärgern. Auch hat sie erkannt, dass sie eine Schwäche für Schuhe hat – aber nachdem sie das erkannt und notiert hat, hat sie diese Schwäche faktisch ausgemerzt: Wenn ihr jetzt ungeplant ein tolles Paar entgegenspringt, dann erinnert sie sich an die Liste und ihre kleine Schwäche – und verzichtet.

Ich finde die Methode super. Und auch, dass sie mir erlaubt hat, sie hier zu veröffentlichen. Wenn ihr ebenfalls manchmal “schwach” werdet: Startet doch mal mit euren eigenen Don’t-Shop- und Don’t-Do-Listen. Schriftlich. Dauerhaft. Es lohnt sich!

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