Shopping-Wahn: Wie man von Black Friday und Cyber Monday nicht erschlagen wird

Heute ist Thanksgiving. Und das ist in den USA traditionell der Beginn der Weihnachtseinkaufszeit. Das hat auch damit zu tun, dass man dort weniger Feiertage als bei uns hat. Und das auf Thanksgiving (ist immer ein Donnerstag) folgende Wochenende ist das letzte lange, freie Wochenende vor Weihnachten.

Dazu passend hat der Handel dann den Black Friday erfunden: Wenn schon alle am Freitag Zeit zum Einkaufen haben, lockt man sie mit echten oder vorgeblichen Schnäppchen in die Läden. Ist in den USA genauso Tradition wie Thanksgiving und der Truthahn.

Und als Online-Shopping populärer wurde, haben (so die Legende) am Montag im Büro all jene im Internet nach Schnäppchen und Geschenken Ausschau gehalten, die am Wochenende vorher leer ausgegangen sind. Natürlich hat der Online-Handel das erkannt und so entstand der Cyber Monday. Also am Black Friday (und dem darauffolgenden Wochenende) in die Läden, am Cyber Monday online nach Schnäppchen schauen. Weiß in den USA jedes Kind. Aber natürlich sind die Grenzen zwischen stationärem und Online-Handel längst verwischt und Amazon und Co machen schon die ganze Woche vorher (und teilweise auch nachher) zur Cyber-Monday-Woche.

Und in diesem Jahr ist die Welle mit Angeboten zum Black Friday und Cyber Monday voll zu uns rübergeschwappt: Selbst Lidl, etliche Klamottenläden, an denen ich vorbeigekommen bin, und sogar unser Bäcker (!) machen mit. Die Prospekte und Anzeigen sind voll mit Angeboten, die sich bei näherer Betrachtung oft aber gar nicht als ultimative Schnäppchen erweisen.

Ein Bekannter von mir, der im Einzelhandel arbeitet, hat ein wenig die Hintergründe beleuchtet, warum plötzlich Black Friday (und vor ein paar Wochen noch Halloween) auch im deutschen Handel so eine große Rolle spielen: Den Läden gehen die Kunden aus. Einerseits hat man alles, was man braucht. Andererseits lockt immer das Internet. Da nutzen die Händler jede Gelegenheit, uns zu Impulskäufen zu verleiten. Und solche Anlässe sind dazu hervorragend geeignet.

Als Kunde sollte man sich das bewusst machen: Zu verschenken hat natürlich niemand etwas, also ist der Rabatt irgendwie eingepreist. Aber noch mehr gilt: Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben!

Seit wir gezielt darauf achten, nur noch Dinge zu kaufen, die wirklich nötig und sinnvoll sind, haben wir uns Spontankäufe weitgehend abgewöhnt. So sparen wir viel Geld, aber auch Platz und Nerven. Die meisten Käufe sind also länger geplant, oft handelt es sich um Ersatzbeschaffungen, wenn es nicht um den täglichen Bedarf oder Verbrauchsmaterial geht. Und das heißt, wir recherchieren im Vorfeld, sowohl was das Angebot als auch was die Preise betrifft.

Das hilft enorm, dem Shopping-Wahn zu entkommen. Und so hat man dann auch kein schlechtes Gewissen, wie es sich nach Impulskäufen oft einstellt. Heißt das, dass ich gar keinen Blick für die aktuellen Angebote und Schnäppchen werfe? Natürlich nicht. Aber es gibt eine Liste mit Anschaffungen, die für die nächste Zeit angedacht sind. Was nicht auf der Liste steht, wird ohne Rücksprache und Recherche nicht gekauft, sondern muss erst mal auf der Liste landen. Und bei den Sachen, die auf der Liste stehen, habe ich immer einen Blick auf die aktuellen Angebote und weiß, was es kosten darf. Ein passendes Angebot am Black-Friday-Weekend können wir dann nutzen, wissen aber auch, dass wir nicht spontan entscheiden müssen und auch auf bessere Angebote warten können.

Und so kann man sich auch über all das freuen, was man nicht kauft, weil man erkennt, dass man es gar nicht benötigt oder das Schnäppchen gar keines ist.

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