5 einfache Tipps für eine mentale Diät

mind photoBist du auch häufig abgelenkt? Gehen dir tausend Sachen im Kopf rum? Und stellst du immer wieder fest, dass du so Zeit vergeudet oder irgendetwas Wichtiges vergessen hast? Dann solltest du vielleicht auch mal deine Gedanken entrümpeln.

In den vergangenen Wochen ist bei mir manches nicht so gelaufen wie erwartet oder erhofft. Und ich musste feststellen, dass das meinen Alltag ganz schön durcheinander geworfen hat. Jetzt habe ich mir eine kleine mentale Diät verordnet, denn es ging mir ganz genau so wie oben beschrieben. Aber ich weiß auch, dass ich selbst Schuld bin, denn das Chaos habe ich zugelassen und nichts dagegen unternommen. Und mich dabei mit Aufgaben und Aktivitäten belastet, die ich einfacher und strukturierter handhaben könnte. Und anderen, denen ich zu viel Raum und Aufmerksamkeit geschenkt habe, obwohl ich sie nicht ändern kann.

Daher mentale Diät, um wieder klar im Kopf zu werden und sich geistig zu entlasten. Das ist gar nicht schwierig, schon ein paar einfache Verhaltensweisen können einen dramatischen Effekt haben:

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  1. Das fotografisches Gedächtnis: Man muss nicht alles im Kopf haben! Mein Fehler war, dass ich mir zu viel Neues merken wollte. Und zwar ohne praktische Hilfsmittel einzusetzen. Aber hier irgendwelche Aspekte rund um die Erkrankung meiner Tante, da Ideen fürs Blog, dort Termine usw. usf. Irgendwann war es dann zu viel und ich hörte von allen Seiten: “Hast du da dran gedacht? Du hast doch das und das nicht vergessen?” Dabei ist es einfach, das Gedächtnis zu entlasten: Du kannst beispielsweise die Kamerafunktion deines Handys als (digitales) fotografisches Gedächtnis nutzen. Ich habe mir beispielsweise angewöhnt, beim Einkaufen Produkte zu fotografieren, zu denen ich etwas nachschauen möchte, auf Reisen Fahrpläne und Reiseinfos, unterwegs alles, woran ich mich später irgendwie erinnern möchte. Vergessen habe ich das allerdings zunächst, als es jetzt hektisch wurde – aber natürlich wäre es leicht gewesen, Medikamente und Dokumente abzufotografieren , statt sie memorieren zu wollen. Das müssen oft keine besonders guten Fotos sein – Hauptsache, man kann etwas erkennen. Allerdings ist wichtig, dass man die Fotos wieder löscht, die man nicht mehr braucht. Und wo sich Fotos nicht eignen, sollte man sich nicht zu fein sein und Listen machen. Aber möglichst an einer zentralen Stelle, damit man die auf wiederfindet. Das kann auf Papier sein, aber auch digital im Handy.
  2. Routine, Routine, Routine: Was wir regelmäßig machen, müssen wir nicht immer wieder aufs Neue planen und memorieren. Wenn man mal gelernt hat, Fahrrad zu fahren oder zu schwimmen, dann verlernt man das nie wieder. Überleg dir also, welche Aufgaben du “routiniert” abhandeln kannst. Dabei sollte man gezielt positive Routinen etablieren. Mein Problem war, dass ich es zugelassen habe, meine positiven Routinen zu vernachlässigen und mich ständig mit tausend Dingen zu beschäftigen – vor allem Dingen, die mich zwar mental belastet haben, die ich aber realistisch betrachtet gar nicht ändern kann und die gar nicht meine Probleme sind. Aber ich bin da nicht alleine: Viele belasten sich mit “Andere-Leute-Problemen” und sind dann total ausgelaugt. Das gipfelt dann darin, Abends automatisch den Fernseher einzuschalten und sich berieseln zu lassen, damit die Gedanken im Kopf mal ruhig gestellt werden. Aber das ist nicht unbedingt eine positive Routine, die Zeit spart oder das Chaos lichtet. Eine Routine zu entwickeln, jeden Abend die Küche mit ein paar Handgriffen in den Zustand zu versetzen, die sie am Morgen hatte, kann hingegen sehr befreiend, mental entlastend und zeitsparend sein. Und es mag sich eigenartig anhören, aber wenn man so einen Fixpunkt hat, der zeigt, dass man einen Bereich im Leben “im Griff” hat, hilft das auch, die “Andere-Leute-Probleme” zu erkennen und loszulassen, weil man die auch mit aller Routine nicht lösen kann.
  3. Fragen, wenn man unsicher ist oder Informationen fehlen! Ungeheuer viel mentale Energie vergeuden wir, weil wir uns unnötige Sorgen und Gedanken machen. Im Job, wenn wir unsicher sind, was von uns verlangt ist oder ob unsere Leistung den Erwartungen entspricht. In der Beziehung, wenn wir uns überlegen, was eigentlich in unserem Partner vorgeht oder wie er etwas aufgefasst hat, statt einfach zu fragen. Im persönlichen Zwiegespräch, wenn wir mit uns selbst hadern statt für eine gesicherte Informationsbasis zu sorgen. Ich wurde mit vielen medizinischen, versicherungstechnischen und sozialen Fragen konfrontiert und wollte mir auch meiner Mutter gegenüber keine Blöße geben – ziemlich blöd, wie ich jetzt weiß: Es wäre viel einfacher und weniger belastend gewesen, gleich an der richtigen Stelle um Rat zu fragen.
  4. Die eigene Umgebung entrümpeln, um den Geist zu befreien! Wenn der Schreibtisch voller Dinge liegt, die für die aktuelle Aufgabe gar nicht benötigt werden, dann lenkt das ab. Wenn die Mailbox überläuft, dann erzeugt jeder Blick hinein für ein Gefühl der Überforderung. Wenn man zu viele Klamotten hat und sich daher ständig fragt, was man heute anziehen sollen, dann kostet das unnötige mentale Energie. Bei mir waren es liegengebliebene und unterbrochene Aufgaben und Aktivitäten, die mich viel unnötige Zeit gekostet haben – auch, weil ich keine Prioritäten gesetzt haben (oder die falschen). Generell gilt: Die Dinge, mit denen wir uns umgeben, besetzen auch unseren Kopf und kosten Zeit und Energie.
  5. Strukturieren, um Zeit und Überblick zu gewinnen! Bei mir führte das alles in den letzten Wochen zu ungeheuer viel Multitasking und Unplanbarkeit. Ich war ständig “auf Abruf”. Doch es geht viel Zeit verloren, wenn wir erst mit einer Aufgabe beginnen, sie dann unterbrechen, alles liegenlassen, wieder anfangen usw. … und erst später (wenn überhaupt) darüber nachdenken, was wir alles dabei vergessen haben. Wenn du beim Kofferpacken dreimal wieder teilweise auspackst, weil du nicht mehr weißt, ob du die Sonnencreme eingepackt hast, weil du ständig unterbrochen wurdest, dann ist das typisch für eine solche Situation. Mach dir also erst einen Plan und geh dann an die Arbeit, ohne dich unterbrechen zu lassen – vor allem, wenn du ohnehin nur wenig Zeit dafür hast.