Vorbereitet für den Fall der Fälle

Ein wichtiger Aspekt der Dinge-Diät, dessen Bedeutung mir erst im Laufe der Zeit so richtig klar geworden ist: die richtige Organisation. Man spart ungeheuer viel Zeit und Nerven, wenn man nicht erst mühsam nach den Sachen suchen muss, die man benötigt, sondern sofort weiß, wo sie sind. Dazu gehört natürlich auch, dass zusammengehörige Dinge auch möglichst gemeinsam aufbewahrt werden – im Idealfall so, dass bei der Nutzung die Wege und Handgriffe möglichst kurz sind. Meine Standardbeispiele sind da immer Tätigkeiten im Büro (Steuerunterlagen, Dokumente …) oder in der Küche, die zur Qual werden, wenn die benötigten Utensilien nicht sofort zur Hand sind.

Vor Kurzem habe ich ein anderes Beispiel dafür kennengelernt, das mir zu denken gegeben hat. Damals besuchte ich mit meiner Mutter eine Tante von mir, die sich an dem Tag aber gar nicht fit fühlte. Da Wochenende war und wir nichts riskieren wollten, haben wir den Notarzt gerufen. Schließlich wurde meine Tante mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert. Gut, sie ist über 70, da kann so was immer passieren. Aber was mich beeindruckt hat: Sie hatte eine gepackte Notfalltasche mit allem, was sie für die ersten Tage im Krankenhaus brauchen würde. Und auch die wichtigsten Dokumente wie Krankenversicherungskarte, Medikamentenplan usw. waren schnell zusammen.

Bei aller Sorge um meine Tante hat mich diese Vorbereitung für den Fall der Fälle ziemlich beeindruckt. Und ich habe mich gefragt, wie gut (oder eher schlecht) ich für den Fall des Falles vorbereitet bin. Es ist nicht so, dass meine Tante in der Vergangenheit ständig mit Ärzten und Krankenhäusern zu tun hatte, umso mehr hat mich diese Vorsorge beeindruckt.

Es wurde dann bei ihr ein Schlaganfall diagnostiziert, sie blieb einige Zeit im Krankenhaus und ist jetzt direkt anschließend zur Reha gekommen. Damit ergaben sich naturgemäß weitere Herausforderungen: Irgendwer musste sich ein wenig um die Wohnung kümmern. Und natürlich brauchte sie für die Reha andere Dinge und Klamotten als im Krankenhaus.

Ihr diese Sachen zu holen und auf die Wohnung zu schauen habe ich übernommen … und dabei auch gelernt, dass es dafür dann keine Notfallpläne mehr gab. Ich musste in der leeren Wohnung in den Schränken wühlen, um die gewünschten Freizeitklamotten, Pullover, Jacken und Schuhe zu finden. Und manchmal habe ich zwischen all dem Kram auch mal das Falsche rausgesucht. Das Gefühl, in fremden Schränken zu wühlen, war dabei sehr irritierend.

Zum Glück geht es meiner Tante den Umständen entsprechend wieder besser und sie war auch nicht böse, wenn ich ihr mal die falschen Sachen gebracht habe. Aber ich musste sie doch fragen, warum sie eine gepackte Tasche fürs Krankenhaus hatte, aber für die Zeit nach den ersten Tagen dort weniger vorbereitet war. Die Antwort hat mich ein wenig überrascht: Im Seniorenkreis ihrer Kirchengemeinde wurde ihnen immer wieder empfohlen, eine Tasche für Notfälle gepackt zu haben. Darüber hinaus hatte sie nie geplant, weil sie sich gar nicht vorstellen wollte, die Tasche wirklich mal nutzen zu müssen. Das konnte ich gut verstehen: Wer plant schon gerne für den Fall der Fälle?

Ich habe für mich daraus meine Lehren gezogen und auch eine Notfalltasche für mich und eine für meinen Mann gepackt. Und auch einen Wäschestapel im Schrank zusammengestellt, sollte man wirklich mal länger im Krankenhaus liegen oder in die Reha müssen. Nicht auszudenken, welches Chaos wir produziert hätten, wenn ich meinem Mann aus der Ferne erklären müsste, was er mir im Fall des Falles einpacken und mitbringen muss.

Wie sieht es mit deiner Notfallplanung aus?

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